Kniearthrose: Alternativen zu Kortisonspritzen?

03.01.2019

Kortisonspritzen ins Kniegelenk sind ein wirksames Mittel und reduzieren den Schmerz sowie die Knieschwellung und den Gelenkserguss. Kortison hat aber auch einige Nebenwirkungen. Es greift einerseits den Knochen sowie den Knorpel an und schwächt die Sehnen. Zusätzlich bewirkt Kortison, dass das eigene Immunsystem unterdrückt wird, was wiederum das Infektionsrisiko erhöht. Alternativen zu Kortisonspritzen sind entweder Injektionen mit Hyaluronsäure oder Spritzen mit plättchenreichem Plasma (PRP (= platelet rich plasma) oder auch ACP (= autologous conditioned plasma) genannt)), das aus dem eigenen Blut gewonnen wird.

Schmiermittel „Hyaluronsäure“

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil der normalen Gelenkschmiere und bildet eine natürliche Schutzschicht auf der Knorpeloberfläche. Diese Schutzschicht ist bei Arthrose deutlich reduziert. Die Gelenkschmiere verliert ihren schützenden Effekt. Dadurch kann die Arthrose und somit der Knorpelabbau fortschreiten. Durch die Injektion von Hyaluronsäure kann die Viskoelastizität der Gelenkflüssigkeit verbessert und damit dessen natürliche Wirkung verstärkt werden. Durch die Wiederherstellung der Knorpelschutzschicht und durch die Schmierung werden die arthrotisch bedingten Entzündungen und Schmerzen reduziert. Normalerweise werden 3 Spritzen im Abstand von einer Woche verabreicht.

Körpereigene Wundheilung mit Eigenblut

Eine ähnliche Wirkung hat die Eigenbluttherapie. Hierzu wird die körpereigene Wundheilung aus dem Blut genutzt: Wenn man sich schneidet, indiziert unser Blut die entsprechende Heilung. Entscheidend dafür sind vor allem das Blutplasma und die Blutplättchen (Thromozyten). Aus 15 ml Eigenblut wird durch eine spezielle Aufbereitung das plättchenreiche Plasma gewonnen und in der gleichen Sitzung in das zu behandelnde Knie gespritzt. Das Plasma bewirkt eine Schmierung des Kniegelenkes. Gleichzeitig geben die Blutplättchen die körpereigenen Wundheilungsfaktoren ab. Diese wirken entzündungshemmend und fördern die Gewebeheilung. Durch diese körpereigene Therapie reduzieren sich bei vielen Patienten die arthrotischen Beschwerden deutlich. Auch hier werden 3 Spritzen im Abstand einer Woche verabreicht .

Prognose

Durch diese Spritzen (Hyaluronspritzen oder Eigenbluttherapie) kann die Arthrose nicht verhindert oder geheilt werden, sondern nur verlangsamt werden. Viele Patienten bekommen jedoch dank diesen Schmierspritzen wieder eine gute Lebensqualität zurück. Die Wirkung und somit Dauer der Spritzen ist abhängig vom Schweregrad der Arthrose. Bei gutem Ansprechen kann die Therapie jederzeit wiederholt werden. Leider werden die Kosten für Hyaluronspritzen oder Eigenbluttherapie von der Krankenkasse bis jetzt nicht übernommen.

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