Kniescheibenschmerzen bei einem künstlichen Hüftgelenk. Woran liegt das?

12.03.2019

Sie haben ein künstliches Kniegelenk. Bei gewissen Bewegungen schmerzt die Kniescheibe und verursacht Geräusche, die stören. Woran liegt das?

Bei den Kniescheibengeräuschen werden zwei Arten von Geräuschen unterschieden. Das eine ist ein Knirschen, welches ein schleifendes Geräusch ist. Das andere ist ein Knacken, was ein springendes Geräusch ist. Das knirschende Geräusch entsteht, wenn der Knorpel hinter der Knieschiebe abgenutzt ist. Das knackende Geräusch kommt durch Springen der Kniescheibe oder Vernarbungen.

Normalerweise wird beim Einbringen des künstlichen Kniegelenkes die Kniescheibenrückfläche, welche ebenfalls mit einem schützenden Knorpel bedeckt ist, nicht ersetzt. Nur wenn bei der ursprünglichen Operation eine fortgeschrittene Arthrose mit entsprechender Knochenglatze an der Kniescheibenrückfläche festgestellt wird, kommt es zum Ersatz. Dabei wird der abgenutzte Knorpel von der Kniescheibenrückfläche entfernt und durch eine aus Kunststoff geformte Kniescheibenrückfläche ersetzt.

Arthroseschaden an der Kniescheibenrückfläche

Ist die Kniescheibenrückfläche beim künstlichen Kniegelenk nicht ersetzt worden, kann die Arthrose hinter der Kniescheibe fortschreiten. Bei ungünstiger Lage der künstlichen Oberschenkelkomponente (zu fest verdreht) oder der Kniescheibe (zu tief) sowie ungünstigem Verlauf der Kniescheibe (zieht nach aussen) wird der Knorpel hinter der Kniescheibe stärker abgenutzt. Das kann dann im Verlauf wieder zu den typischen Arthroseschmerzen wie Schwellung, Kniegelenkserguss, Schmerzen und Geräusche führen. Die Geräusche werden einerseits durch die raue Knorpeloberfläche der Kniescheibenrückfläche verursacht. Anderseits können auch Vernarbungen oder ein nicht optimaler Verlauf der Kniescheibe nach aussen dafür verantwortlich sein.

Zuerst konservativ, dann operative behandeln

Geräusche an sich sind noch nicht besorgniserregend, aber wenn Schmerzen hinzukommen oder zunehmen, sollte das Problem von einem erfahrenen Kniespezialisten genauer untersucht werden. Je nach Ursache der Kniescheibenschmerzen kann diese mit Hilfe von gezielter Physiotherapie, Kniebandagen, entzündungshemmenden oder knorpelunterstützenden Medikamente behandelt werden. Falls das nicht genügt, können je nach Ausgangslage verschiedene operative Eingriffe in Betracht gezogen werden, wie z.B. eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie), eine Rekonstruktion des inneren Führungsbandes der Kniescheibe (MPFL), ein Kniescheibenrückflächenersatz, eine Verschiebung des knöchernen Ansatzpunktes des Kniebandes am Unterschenkel oder eine Korrektur der zu fest verdrehten künstlichen Oberschenkelkomponente durch einen Austausch dieser Komponente. Ein erfahrener Kniespezialist kann Ihnen die für Sie am besten zutreffende resp. geeignete Behandlung aufzeigen.

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PD Dr. med. Andreas L. Oberholzer

Zentrum für Gelenk- und Sportchirurgie
Klinik Pyramide am See
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