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Schonend neue Methode gegen Lymphödeme

06.05.2025 Prof. Dr. med. Mario Scaglioni

Jährlich erkranken in der Schweiz über 6000 Frauen neu an Brustkrebs. Dank der Fortschritte in der Behandlung der Erkrankung leben fünf Jahre nach der Erstdiagnose gegen 90 Prozent der Brustkrebs-Patientinnen noch. Aber selbst wenn die Krebs-symptome vorübergehend oder dauerhaft nachlassen, sind die Belastungen für die Betroffenen oft nicht zu Ende. Denn: «Bis zu einem Drittel der Patientinnen entwickeln nach einer Brustkrebs-Operation ein Lymphödem», sagt Prof. Dr. med. Mario Scaglioni, Co-Chefarzt und Mitinhaber der Plastic Surgery Pyramide in Zürich.

Häufig nach Brustkrebs-Operationen

Beim Lymphödem handelt es sich um ein chronisches und oft schmerzhaftes Leiden. Durch die Ansammlung von Lymphflüssigkeit kann es zu Schwellungen in den Gliedmaßen kommen. In der Schweiz leben zwischen 50 000 und 100 000 Menschen mit dieser Erkrankung. Besonders häufig tritt ein Lymphödem bei Frauen auf, bei denen bei einer Brustkrebsoperation Lymphknoten entfernt oder beschädigt wurden. Am häufigsten entwickelt es sich bei ihnen daher im Arm auf jener Seite, auf der die Brustoperation stattgefunden hat. «In der Folge ist das Lymphsystem des Oberarms nicht mehr in der Lage, die Flüssigkeit ausreichend abzutransportieren.»

Konservative Therapie

Traditionell werden Lymphödeme konservativ behandelt. Die häufigste Behandlung ist die sogenannte Komplexe physikalische Entstauungstherapie, die aus einer Reduktions- und einer Erhaltungsphase besteht. Das Ziel der Reduktionsphase ist eine Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionsbandagen, Bewegungstherapie und Hautpflege. Danach folgt die Erhaltungsphase mit Kompressionsbekleidung, Eigenmassage, Bewegungstherapie und Hautpflege. Damit sollen Rückfälle vermieden werden. Da es sich beim Lymphödem aber um eine chronische Erkrankung handelt, kann das Leiden – trotz konservativer Therapie – fortschreiten.

Neues Verfahren setzt bei der Ursache an

«Aus diesem Grund empfehlen wir zunehmend auch chirurgische Therapie-verfahren zu einem frühen Zeitpunkt, um langfristige Resultate zu erreichen», erklärt Mario Scaglioni, der auch das Leo Clodius Lymphatic Center, das erste private Lymphzentrum der Schweiz, leitet. Die sogenannte lymphovenöse Anastomose (LVA) setzt an der eigentlichen Ursache des Problems an, indem die Lymphflüssigkeit über eine neu angelegte Ableitungsbahn direkt in die nahegelegenen Venen umgeleitet wird. «Dies ermöglicht überschüssiger Lymphflüssigkeit, die sich im Gewebe stauen und Schwellungen verursachen würde, in das Venensystem abzuströmen», erklärt der auf Mikrochirurgie spezialisierte plastische Chirurg weiter.

Schonender Eingriff

Für die Patientinnen ist das Verfahren relativ schonend, da minimal-invasiv. Damit können die Symptome deutlich gelindert und das Fortschreiten des Lymphödems verlangsamt werden, «zudem wird die Lebensqualität verbessert». Wie erfolgreich das Verfahren ist, hängt maßgeblich vom Stadium des Lymphödems ab. «In frühen Stadien, in denen das Gewebe noch nicht stark vernarbt ist und die Lymphgefässe weitgehend funktionsfähig sind, kann die LVA den Krankheitsverlauf bremsen. Mario Scaglioni ist überzeugt: «Die LVA ist eine vielversprechende Option der modernen Lymphödem-Therapie, die zwar konservative Verfahren nicht ersetzen, jedoch sinnvoll ergänzen kann.»

 

Dieser Artikel erschien als Interview mit Prof. Dr. med. Mario Scaglioni, Leiter Leo Clodius Lymphatic Center, in der Glückspost. 

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