Erfahrungsberichte von Patientinnen

Als Betroffene sucht man den Kontakt zu anderen Betroffenen und möchte wissen, wie diese mit der Krankheit umgegangen sind. Lesen Sie hier die Erfahrungsberichte unserer Patientinnen. Auf Wunsch stellen wir auch gerne einen persönlichen Kontakt zu ehemaligen Patientinnen her.

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Bericht von S. P. zur Diagnose Brustkrebs

Als ich vor ca. vier Jahren einen neuen Arzt suchte, hatte ich dabei im Wesentlichen nur die regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen im Sinn. Da zuvor die Laborbefunde zeitweilig etwas auffällig gewesen waren, ging ich auch hier zur Sicherheit zweimal pro Jahr zur Untersuchung.

Bereits nach den ersten Besuchen in seiner Praxis versuchte der Arzt, mich von den Vorzügen seiner sonstigen medizinischen Aktivitäten zu überzeugen, insbesondere von denen seiner Anti-Aging-Praxis. Nach meinem Empfinden war ab dieser Zeit die Balance zwischen ärztlicher Vorsorgeleistung und Geschäft etwas in Schieflage geraten und meine innere Stimme drängte mich zu einem Wechsel, aber ich schob die Entscheidung wegen der damit verbundenen Umstände vor mir her.

Im Frühsommer dieses Jahres ging ich routinemässig wieder zur Vorsorgeuntersuchung. Bei der Untersuchung diagnostizierte der Arzt einen Tumor in meiner rechten Brust. Noch am selben Tage wurde eine Mammografie gemacht. Ein über 2 cm grosses Karzinom war auf dem Röntgenbild erkennbar.

Ich fragte mich natürlich, warum ein so grosser Tumor (der gemäss späterem Operationsbericht sogar 3,5 cm lang war) nicht in einem früheren Stadium entdeckt wurde, zumal ich doch halbjährlich zur Vorsorgeuntersuchung ging. Vielleicht wäre das ja auch möglich gewesen, wenn für die Untersuchung meiner Brust so viel Zeit aufgewendet worden wäre wie für die Überredungsversuche, mich für das Aufsuchen der Anti-Aging-Praxis zu gewinnen.

Für den nächsten Werktag war die Biopsie des Tumors angesetzt. Vorgängig versuchte der Arzt, mit mir eine schriftliche Vereinbarung über einen kurzfristigen Termin für eine Brustoperation in der Klinik zu treffen, wo er als leitender Arzt für das dortige Brustzentrum ausgewiesen ist. Zudem sagte er lediglich, er würde brusterhaltend operieren; weitere Erläuterungen zu diesem oder anderen OP-Verfahren machte er nicht.

Ich empfand dieses Vorgehen als einen unlauteren Versuch unter Ausnutzung meiner Situation, mich frühzeitig an die von ihm kontrollierten medizinischen Einrichtungen zu binden. Als ich mich weigerte, darauf einzugehen, und weiter erläuterte, dass ich in solchen, für mein Leben bedeutenden Belangen immer mehrere, voneinander unabhängige Meinungen zur Entscheidungsfindung einholen würde, bin ich auf sehr wenig Verständnis gestossen.

Zu der anschliessenden Biopsie sei nur angemerkt, dass die Schmerzen bei der Gewebeentnahme kaum zu ertragen waren, obwohl eine zweimalige Lokalanästhesie erfolgte. Im Folgenden gab es dann noch einen Disput über die Zeitdauer bis zur Vorlage des Ergebnisses der Biopsie.

Bei mir entstand der Eindruck, dass die Mitteilung des Biopsieergebnisses möglichst verzögert werden sollte, damit mir weniger Zeit für dessen Verwendung bei anderen Informationsgesprächen blieb. Erst nach energischen Protesten meinerseits wurde der Laborbericht mir dann doch am Folgetag per Fax zugestellt. Ergebnis: ein bösartiger Tumor. Obwohl eine solch schreckliche Nachricht anfänglich lähmend wirkt, war mir sofort klar, dass ich umgehend alles unternehmen musste, um die für mein Krankheitsbild beste Operations- und Therapiemethode zu finden.

Nach eigenen Recherchen im Internet und durch die Unterstützung von Medgate wählte ich einige Kliniken in der Schweiz und dem angrenzenden Ausland für Beratungsgespräche aus, die als kompetente Behandlungszentren für Brustkrebs ausgewiesen sind. Bei allen Gesprächen wurde ich umfassend über die verschiedenen Operations- und Therapiemethoden sowie deren Vor- und Nachteile informiert. Jeder gab mir auf meine vorgelegten Befunde abgestimmte Ratschläge, und keiner versuchte, mich zu bedrängen, in die betreffende Klinik zu gehen.

Etwa eine Woche nach der Biopsie traf ich dann meine Entscheidung und teilte meinem Arzt mit, dass ich mich für die Behandlung an anderer Stelle entschieden hätte. Völlig unerwartet erhielt ich einige Tage später einen Antwortbrief, in dem mich mein Arzt neben allgemeinen Belehrungen der Undankbarkeit bezichtigte. Ich weiss wirklich nicht, wofür ich diesem Arzt Dankbarkeit schulde. Seine zudem in dem Brief geäusserte Enttäuschung über mich vermag ich nur so zu deuten, dass damit die Enttäuschung über das entgangene Honorar für meine Brustoperation gemeint ist. Für mich bleibt nur die Frage, was für eine Gesinnung ein Arzt haben muss, der einige Tage nach der Diagnose von Brustkrebs seiner ehemaligen Patientin einen solchen Brief schreibt.

Das Weitere ist schnell erzählt. Bezüglich der anstehenden Operation entschied ich mich für Herrn Dr. George, Klinik Pyramide am See in Zürich. Hier hatte ich von Anfang an das gute Gefühl, in besten Händen zu sein, und bin heute, ca. zwei Monate nach der Operation, sicher, die beste Wahl getroffen zu haben. Das gilt im Übrigen auch für die Behandlung durch den Onkologen Herrn Dr. Bättig, Zürich.

August 2004, S. P.

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Bericht von B. I. zur Diagnose Brustkrebs

Ich hatte in den vergangenen Monaten einige Frauen kennengelernt oder von ihnen gelesen, die Brustkrebs hatten und wieder gesund wurden. Es war mir eine grosse Hilfe, ermutigende Beispiele zu vernehmen. Auch wurde mir bewusst, dass der Weg mit der plastischen Chirurgie nicht so bekannt ist. Ich finde diesen Weg aber wertvoll, vor allem langfristig. Mit meinen Erfahrungen möchte ich betroffene Frauen ermutigen, sich gut vor einem chirurgischen Eingriff zu informieren. Vergangenen Sommer hatte ich einen Knoten in der Brust. Die Ärztin veranlasste eine Mammografie im nahe liegenden Spital. Wenig später wurde mir mitgeteilt, dass dieser Knoten entfernt und untersucht werden müsse. Diese erste Operation fand im vorgenannten Spital statt. Kurze Zeit später teilte mir der Chefarzt mit, dass ich Brustkrebs hätte und nochmals operiert werden müsse.

Ich war wie gelähmt und konnte es einfach nicht verstehen. Seit vielen Jahren war ich gesund. Ich stand mitten im Leben und hatte vielfache Verantwortung. Ich brauchte Zeit, um diese Tatsache zu akzeptieren.

In den letzten Jahren hatte ich interessen- und berufsbedingt immer mehr gelernt, ressourcenorientiert und positiv zu leben. Was hiess dies nun für diese Situation?

Über Brustkrebs wusste ich wenig. Der Arzt, der den ersten operativen Eingriff durchgeführt hatte, hatte wenig Zeit für mich. Ich musste um wichtige Gesprächstermine kämpfen. Ich wollte mir Zeit für Informationen nehmen und einem weiteren Vorgehen mit einem guten Gefühl zustimmen. Hinzu kam, dass es immer heisst, man solle bei Operationen eine Zweitmeinung einholen.

Für mich war klar, ich wollte gesund werden – so Gott will. Als zweite Priorität hatte ich den Wunsch, wieder eine möglichst schöne Brust zu haben. Die Brust ist d a s weibliche sichtbare Organ. Ein Organ also, das sehr mit weiblicher Identität verbunden ist. Zudem war es für mich auch wichtig, dass mir die Persönlichkeit des Arztes entsprach.

Freunde und Nahestehende empfahlen mir zwei Ärzte, einerseits einen Gynäkologen und anderseits Herrn Dr. George als ausgezeichneten plastischen Chirurgen. Der erste Arzt wollte brusterhaltend operieren, liess aber durchblicken, dass evtl. schlussendlich doch die ganze Brust entfernt werden müsste. Dr. George schlug in meiner Situation vor, die befallene Brust zu entfernen und während der gleichen Operation wieder aufzubauen. Er zeigte Beispiele, die er in einer ähnlichen Situation wiederhergestellt hatte. Kein Vergleich zu dem, was ich als Resultat des ersten Eingriffes damals hatte. Nach seiner Information hatte ich ein gutes, ruhiges Gefühl.

Ich entschied mich dann auch für den Vorschlag von Herrn Dr. George. Die Operation verlief aus meiner Sicht gut. Auch die Woche im Krankenbett verlief ohne Komplikationen. Ich war in kompetenten Händen und auch in einer Umgebung, in der ich sehr viel persönliches Engagement, Taktgefühl und Freundlichkeit erleben durfte.

Wieder zu Hause hatte ich Zeit, zu verdauen. Einerseits freute ich mich, dass ich nun Brustkrebs gehabt habe. Der bedrohliche Tumor war weg. An seiner Stelle erhielt ich die Form einer neuen Brust. Die Zeit der Leere und auch ein Gefühl, verkrüppelt zu sein, musste ich nicht ertragen. Ich verlor nicht zu viel Energie resp. Ressourcen dafür, sondern konnte diese nutzen zur Verarbeitung der Trauer, die doch auch immer wieder aufkam, und für die weiteren Schritte.

Vor der nächsten Phase – der Chemotherapie – hatte ich grosse Angst. Zum Glück durfte ich mit Herrn Dr. Bättig als Onkologen wieder einen Arzt mit hoher Sachkompetenz und positivem persönlichem Engagement kennen und schätzen lernen. Die Monate der gefürchteten Chemo habe ich erstaunlich gut überstanden.

Jetzt werde ich noch bestrahlt. Ich bin guten Mutes, dass auch diese Phase noch positiv abgeschlossen wird.

Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich mich – allerdings erst im zweiten Anlauf – gut informiert habe und dass ich meine Gefühle und langfristigen Bedürfnisse ernst genommen habe. Es hatte recht Mut gebraucht.

Heute bin ich dankbar, dass es mir in Anbetracht der Situation gut geht und dass ich einen schönen Wiederaufbau meiner Brust habe. Ich fühle mich auch mit diesem operativen Eingriff als Frau. Die positiven Erfahrungen in dieser doch immer wieder auch schwierigen Zeit haben mich in meiner Persönlichkeit sehr gestärkt, und ich schaue mit Zuversicht vorwärts.

März 2003, B. I.

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