Hüftoperationen

Hüftschmerzen | Ursachen | Diagnose | Therapien | Beratung

WORAUS BESTEHT DIE HÜFTE?

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und das zweitgrösste menschliche Gelenk. Die Hüftpfanne hat die Form einer Nussschale, der Hüftkopf misst ca. fünf Zentimeter im Durchmesser. Hüftpfanne und -kopf sind von einer rund fünf Millimeter dicken Knorpelschicht überzogen, die eine schmerzfreie und reibungsarme Beweglichkeit des Hüftgelenks gewährleistet. Leider wächst der Gelenkknorpel beim erwachsenen Menschen nicht mehr nach. Die Belastung des Hüftgelenks beträgt im Stehen das Vierfache des Körpergewichts. Beim Runtergehen von Treppen wird das Hüftgelenk mit dem achtfachen Körpergewicht belastet. Das ist der Grund, wieso Patienten bei einer beginnenden Hüftgelenkarthrose zuerst die Schmerzen beim Treppenruntergehen spüren.

WAS SIND HÄUFIG AUFTRETENDE HÜFTBESCHWERDEN?

Hüftschmerzen und -beschwerden können ganz unterschiedlich sein und hängen vom Alter wie auch von der sportlichen Aktivität ab. Häufige Schmerzbilder umfassen Schmerzen und Einschränkungen bei gewissen Bewegungen oder Belastung, stechende Schmerzen bei gewissen Bewegungen, elektrisierende Schmerzen mit Ausstrahlung in den Oberschenkel, Schmerzen an der Aussenseite der Hüfte, hinkender Gang, Schonhaltung in der Hüfte sowie eine springende Sehne bei Bewegung. Diese Hüftbeschwerden können plötzlich auftreten, z.B. durch einen Unfall oder Überbelastung, und werden normalerweise mit der Zeit immer stärker. Besonders häufig sind arthrosebedingte Hüftschmerzen, vor allem bei älteren Menschen. Die Arthrose ist eine Verschleisserscheinung des Knorpels und betrifft auch das Hüftgelenk. Werden die Hüftbeschwerden trotz Schonung nicht innerhalb von zwei Wochen deutlich besser, sollten die Beschwerden genauer abgeklärt werden.

WAS SIND MÖGLICHE URSACHEN FÜR HÜFTSCHMERZEN?

So vielfältig die Hüftschmerzen sind, so unterschiedlich sind deren Ursachen. Die Beschwerden können vom Gelenk, von der Muskulatur und deren Sehen sowie Nerven kommen. So können ein Unfall, eine angeborene Fehlstellung, eine Überbeanspruchung, eine Abnutzung, eine Stoffwechselstörung, eine Einklemmung oder eine Infektion einen akuten oder chronischen Hüftschmerz mit Bewegungseinschränkung auslösen:

  • Bruch eines Knochens, z.B. Schenkelhalsbruch
  • Traumatische Hüftluxation (unfallbedingtes Auskugeln des Hüftgelenks)
  • Hüftarthritis (Entzündung des Hüftgelenks) bedingt durch Bakterien (septische Coxitis, Infektion), Rheuma (rheumatoide Arthritis) oder durch einen entzündlichen Schub (aktivierte Arthrose)
  • Hüftdysplasie (angeborene Fehlstellung der Hüfte)
  • Fortgeschrittene Coxarthrose (Arthrose im Hüftgelenk)
  • Hüftimpingement (schmerzhafte Blockade des Hüftgelenks durch Knochensporne: an der Pfanne Pincer- und am Schenkelhals Cam-Impingement genannt. Diese knöcherne Formveränderung an der Hüftpfanne und/oder am Hüftkopf beeinträchtigt schmerzhaft die Beweglichkeit des Hüftgelenks, insbesondere die Beugung.
  • Labrumriss (Riss der Gelenklippe, wichtiger Dichtungsring des Hüftgelenks)
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung), z.B. Bursitis trochanterica (Schleimbeutelentzündung am grossen Rollhügel (Trochanter)
  • Periarthropathia coxae: abnutzungsbedingte Erkrankung des Sehnenansatzes von stabilisierenden Hüftmuskulaturen am grossen Trochanter major
  • Coxa saltans, auch schnellende Hüfte genannt, bedingt durch ein straffes Sehnenband (Tractus iliotibialis), welches beim Beugen der Hüfte am Trochantor major hängen bleibt und dadurch ruckartig darüber schnappt.
  • Meralgia paraesthetica: Nervenkompression des sensiblen Nervus cutaneus femoris lateralis unter dem Leistenband. Die Patienten leiden unter Missempfindungen (Parästhesien) sowie brennenden Schmerzen und Sensibilitätsstörungen an der Vorder- bzw. Aussenseite des Oberschenkels.
  • Hüftkopfnekrose: Absterben von Knochen am Hüftkopf. Dieses kann ohne einen erkennbaren Auslöser entstehen (idiopathisch) oder durch Kortison-Tabletten oder -Spritzen, Alkoholmissbrauch, Stoffwechselstörungen oder eine arterielle Verschlusskrankheit.
  • Morbus Perthes: Hüftkopfnekrose, die im Kindesalter auftritt.
  • Juvenile Hüftkopflösung (Epiphyseolysis capitis femoris): Abgleiten des Hüftkopfes entlang der Wachstumsfuge während der Pubertät.

WIE WIRD DIE HÜFTE UNTERSUCHT?

Wenn jemand mit Hüftbeschwerden den Arzt aufsucht, sind eine genaue Befragung und Untersuchung wichtig: Seit wann bestehen die Schmerzen? Wie werden sie ausgelöst? Wo genau können die Hüftbeschwerden lokalisiert werden? Wie fühlt sich der Schmerz an? Stechend, ziehend, dumpf oder elektrisierend?

Anschliessend folgt eine genaue Untersuchung der Beweglichkeit der Hüfte. Können durch bestimmte Bewegungen des Hüftgelenks die Hüftschmerzen ausgelöst werden? Wie stark ist die Beweglichkeit eingeschränkt? Gibt es spezielle Druckpunkte? Wie gut ist die Muskelkraft?

Ein Röntgenbild der Hüfte zeigt die knöcherne Situation der Hüfte. Auch gezielte Injektionen von Lokalanästhetikum ins oder ums Hüftgelenk können zur Diagnosefindung helfen. Weitere Untersuchungen sind das MRT (Magnetresonanztomographie) oder das CT (Computertomographie).

Sind alle Untersuchungen durchgeführt, werden diese ausführlich besprochen und erläutert sowie mögliche konservative bis operative Therapien erklärt.

WELCHE THERAPIEN BIETEN SICH AN?

Hüftschmerzen können konservativ (ohne Operation) oder operativ behandelt werden.

Bei der konservativen Behandlung stehen folgende Massnahmen im Vordergrund:

  • Ultraschall, Stosswellentherapie, Massage, Muskeltraining etc.
  • Entzündungshemmende Medikamente und Schmiermittel
  • Hyaluronsäure, Cortison, Eigenblut ins Hüftgelenkgelenk oder ums Gelenk (z. B. bei Schleimbeutelentzündung)
  • Knorpelunterstützende Medikamente oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel für das Gelenk

Bei der operativen Behandlung wird zwischen einer gelenkerhaltenden Operation und dem Gelenkersatz durch ein künstliches Hüftgelenk unterschieden:

- Gelenkerhaltende Operationen:

  • Fixierung von Brüchen mit Platten, Schrauben oder Nägeln
  • Naht von Sehnenausrissen
  • Entfernung von Schleimbeutel und Knochenspornen
  • Arthroskopie des Hüftgelenks mit Naht oder Entfernung des Labrums (Gelenklippe) sowie Abtragen von Knochenspornen bei einem Hüftimpingement

- Künstlicher Hüftgelenkersatz:

  • Falls die Abnutzung durch die Arthrose das Hüftgelenk zerstört hat, kann dieses durch ein künstliches Hüftgelenk ersetzt werden.

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