Brustrekonstruktion mit Eigengewebe

Bei der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe unterscheiden wir zwischen dem Wiederaufbau mit Muskel- und/oder Fettgewebe. Abhängig von den anatomischen Gegebenheiten und Wünschen der Patientin kann die Brust mit Gewebe vom Rücken, Bauch, Gesäss oder der Leiste wieder aufgebaut werden. Der Eingriff setzt ein grosses Know-how und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Mikrochirurgie voraus: Während einer komplexen Operation, die in der Regel drei bis sechs Stunden dauert, werden die Gewebeteile mit mikrochirurgischen Methoden entfernt und transplantiert.

Die mit Eigengewebe rekonstruierte Brust integriert sich als natürlicher Bestandteil des Körpers und fühlt sich sehr echt an. Auch eine Bestrahlung nach der Operation ist üblicherweise problemlos möglich.

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Bei dieser Rekonstruktionstechnik wird ein durchbluteter, flächiger Muskel mit Hautinseln vom Rücken (Latissimus-Dorsi-Lappen) in die Brustregion transferiert. Dazu wird das Muskelgewebe zuerst von der Unterlage abgelöst und dann von hinten nach vorne gedreht wird. Mit dem Gewebe wird die neue Brust rekonstruiert.

Brustrekonstruktion mit Rückenmuskel

Je nach Grösse der gesunden Brust muss zusätzlich ein Implantat eingesetzt werden, um das gleiche Volumen wie auf der Gegenseite zu erreichen. Die Brustrekonstruktion mit Rückenmuskel wird angewendet, wenn die Weichteile in der Brustregion sehr spärlich vorhanden sind oder bereits eine Bestrahlung durchgeführt wurde.

Zahlen und Fakten

Operation: ca. 3 bis 4 Stunden, in Vollnarkose
Klinikaufenthalt: 4 bis 5 Nächte
Nachbehandlung: Spezial-BH für 4 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: 5 bis 6 Wochen
Sport: nach 6 bis 8 Wochen 
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Der DIEP-Lappen hat sich zum Standardverfahren in der Brustrekonstruktion mit Eigengewebe entwickelt. Es ist eine Weiterentwicklung des konventionellen TRAM-Lappens. Bei dieser Methode wird lediglich das Unterbauchfettgewebe mit der Haut zur Brustregion verlagert. Die Gefässe des Lappens werden mittels mikrochirurgischer Technik an die Gefässe der Brustwand angeschlossen. Im Gegensatz zum TRAM-Lappen besitzt der DIEP-Lappen also keine Bauchmuskelanteile. Dadurch bleibt die Bauchwand in ihrer Gesamtheit intakt, und es besteht auch keine Gefahr der Ausbildung von Bauchwandhernien. DIEP, S-GAP und I-GAP sind Bezeichnungen für sog. Perforatorlappen: Gewebeblöcke, die von der Hebestelle entnommen werden ohne die Mitnahme von Muskelgewebe, sog. freie Lappen. Bei einem Perforatorlappen folgt der Chirurg nur den zur Körperoberfläche ziehenden Gefässen.

Brustrekonstruktion mit Eigengewebe vom Bauch

Zahlen und Fakten

OP-Dauer: ca. 4 bis 5 Stunden
Narkose: Vollnarkose
Klinikaufenthalt: 5 bis 6 Nächte
Nachbehandlung: Spezial-BH für 4 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: 5 bis 6 Wochen
Sport: nach 6 bis 8 Wochen
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Der Po-Bereich bietet eine weitere Möglichkeit, um Gewebeblöcke für die Brustrekonstruktion zu entnehmen. Im oberen Bereich des Gesässes kann der S-GAP-Lappen entnommen werden. S-GAP steht für «superior gluteal artery perforator». Man unterscheidet einen oberen (superior: S-GAP) und einen unteren (inferior: I-GAP) Lappen. Wie beim DIEP-Lappen handelt es sich um einen Perforatorlappen, der frei verpflanzt wird, also um einen freien Lappen. Die Entnahme eines GAP-Lappens ist technisch gesehen anspruchsvoller als diejenige eines DIEP-Lappens, da die Gefässe sehr viel kleiner und fragiler sind. Dementsprechend höher sind die Anforderungen an den Chirurgen und dessen Erfahrung in der Mikrochirurgie.

Brustrekonstruktion Eigengewebe Gesäss

Es gibt mehrere Gründe, sich für einen S-GAP zu entscheiden. Viele Patientinnen haben am Unterbauch bereits bestehende ausgedehnte Narben oder zu wenig Unterbauchfett, sodass der DIEP-Lappen nicht sinnvoll resp. nicht möglich ist. Viele Patientinnen möchten auch keine Narben am Rücken und entscheiden sich deshalb gegen eine Brustrekonstruktion mit Rückenmuskel. Wieder andere möchten auf keinen Fall eine künstliche Brust mit Implantaten. In all diesen Fällen ist eine Brustrekonstruktion mit Eigengewebe vom Gesäss eine sehr gute Alternative.

zahlen und fakten

OP-Dauer: ca. 5 bis 6 Stunden
Narkose: Vollnarkose
Klinikaufenthalt: Spezial-BH für 4 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: 4 bis 5 Wochen
Sport: nach 6 bis 8 Wochen
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Die wohl aktuellste Entwicklung in der Eigengewebsrekonstruktion stellt der PAP-Lappen dar. Ein Gewebe, bestehend aus Haut- und Fettgewebe, wird zusammen aus der Innenseite des Oberschenkels und unterhalb des Gesässes entnommen. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des TMG-Lappens, bei dem der Grazilis-Muskel mit entfernt werden muss. Das Fettgewebe ist feiner strukturiert als beim S-GAP und sehr gut formbar. PAP steht für «profunde artery perforator». Beim PAP-Lappen handelt es sich ebenfalls um einen mikrochirurgischen Lappen.

Brustrekonstruktion mit Eigengewebe von der Leiste - PAP-Lappen

Die Gründe für die Entnahme dieses Lappens sind dieselben wie bei den S-GAP- oder I-GAP-Lappen. Hinzu kommt, dass in gewissen Fällen nicht ausreichend Gewebe im Po-Bereich vorhanden oder eine Narbe an dieser Stelle nicht erwünscht ist. Die Narbe liegt versteckt in der natürlichen Beugefalte des Oberschenkels, und zwar innenseitig mit Ausläufern in die Infraglutealfalte. Patientinnen mit einer grossen Brust eignen sich nicht für diese Art von Rekonstruktion, da aus dieser Entnahmestelle am Oberschenkel nicht ausreichend Gewebe zur Verfügung steht. Ferner wird dieser Eingriff bei Patientinnen, die Reitsport betreiben, ebenfalls nicht empfohlen.

Zahlen und Fakten

OP-Dauer: ca. 4 bis 5 Stunden
Narkose: Vollnarkose
Klinikaufenthalt: 4 bis 5 Nächte
Nachbehandlung: Spezial-BH für 4 Wochen
Arbeitsunfähig: 4 bis 5 Wochen
Sport: nach 6 bis 8 Wochen

Patientenbeispiele

Broschüre Brustkrebschirurgie

Broschüre
«Brustkrebschirurgie»

 



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