Kreuzband

Häufigste Verletzung beim Skifahren war früher der Spiralbruch des Schienbeins. Durch die hohen Schuhschäfte, verbunden mit den Sicherheitsbindungen, ist diese Verletzung selten geworden. Beim aktuellen Skistil werden die Belastungen vermehrt auf die das Kniegelenk führenden Bänder übertragen. Diese sind in mässiger Beugung entspannt und damit verletzungsanfälliger. Bei forcierten Drehbewegungen des Unterschenkels gegen den Oberschenkel mit zusätzlich einwirkenden Scherkräften kommt es zur häufigsten Kombinationsverletzung: dem Riss des inneren Seitenbands und des vorderen Kreuzbands. Meist ist auch der Innenmeniskus verletzt. Das innere Seitenband liegt ausserhalb des Gelenks und kann spontan ausheilen. Dies ist nicht der Fall beim vorderen Kreuzband. Der operative Ersatz ist beim sportlich aktiven Patienten unumgänglich, eine Bandnaht wegen der schlechten Durchblutung nicht möglich. Die unbehandelte Instabilität würde zu Folgeschäden führen: Bei ausbleibender Stabilisierung würde zunächst der Innenmeniskus der verstärkten Belastung nachgeben, später der Aussenmeniskus. Mit fehlenden Menisken und anhaltender Instabilität ist die Entwicklung einer Arthrose vorprogrammiert.

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Kreuzbandrisse finden sich häufig bei Sturzpiloten mit Carvingskis. Der gute Kantengriff bei definiertem Kurvenradius kann dazu führen, dass es dem Fahrer bei einer kleinen Unebenheit die Beine auseinanderzieht und es so zum Sturz kommt. Der Riss des inneren Seitenbands erfolgt meist im Ansatzbereich am Oberschenkel und ist selbst durch die Hose massiv druckempfindlich (sogenannter Skipunkt). Der Riss des vorderen Kreuzbands manifestiert sich nicht sofort. Die Abfahrt ist knapp noch möglich, das Knie schmerzt und schwillt immer mehr an. Ein Arztbesuch wird unumgänglich. Die Röntgenbilder sind unauffällig, die Gelenkspunktion zeigt einen blutigen Erguss. Nun kann die Stabilität geprüft werden: vorderer Kreuzbandriss – was nun?

Operation erst nach vier bis sechs Wochen

Das Hauptproblem bei der Kreuzbandersatzplastik ist die Wiedererreichung der freien Beweglichkeit. Eine Operation im frischen Stadium mit Schwellung und Ergussbildung begünstigt eine überschiessende Narbenbildung im Gelenk mit möglicher Beeinträchtigung der Beweglichkeit. Man wird also vier bis sechs Wochen abwarten, bis das Gelenk abgeschwollen und wieder beweglich ist, bevor das gerissene Band durch körpereigenes Material ersetzt wird. Von grösster Bedeutung ist die konsequente, frühe und aggressive Rehabilitation. Diese kann bis zu einem Jahr dauern. Schon nach sechs Wochen können allerdings schonende Sportarten wie Velofahren und Schwimmen (Crawl) wieder aufgenommen werden. Sportarten mit abrupten Dreh-Stopp-Bewegungen (Squash, Fussball) richten sich nach dem Muskelzustand und sind beim Nichtspitzensportler meist erst nach sechs bis acht Monaten gestattet. Ein Kreuzbandriss setzt den begeisterten Sportler also für eine ganze Weile ausser Gefecht.

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Die korrekte Durchführung der Kreuzbandersatzoperation ist technisch anspruchsvoll. Beim gängigsten Verfahren bedient man sich eines Sehnenstreifens aus dem die Kniescheibe führenden Band (Patellarsehne). Dieser Streifen wird mit einem Knochenblock aus dem Schienbeinkopf und einem aus der Kniescheibe entnommen. Diese Knochenblöcke heilen in den aufgebohrten Ansatzstellen des ehemaligen Kreuzbands ein. Dies dauert etwa sechs Wochen. Für eine frühe Stabilität werden sie mit Schrauben gesichert; dies macht eine frühfunktionelle aggressive Nachbehandlung möglich.

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