Anästhesie

Vollnarkose | Dämmerschlaf | Teilnarkose | Schmerztherapie | Ambulante Operationen | Risiken und Nebenwirkungen | Häufige Fragen

Die Klinik Pyramide legt besonderen Wert auf eine optimale Patientenbetreuung durch das Narkoseteam. Unsere erfahrenen Anästhesisten bereiten die Patienten mit viel Zeit und Einfühlungsvermögen auf die anstehende Operation vor. Das beginnt beim Vorgespräch, geht weiter über die Narkoseführung während des Eingriffs, sei es in Vollnarkose oder in Teilnarkose, bis zur Betreuung im Aufwachraum und die Schmerztherapie nach der Operation. Die Betreuung durch die Anästhesie ist auch bei ambulanten Eingriffen immer garantiert.

Vorgespräch und Abklärungen

Ein Grund für die Sicherheit der Anästhesie ist das richtige Einschätzen des Risikos. Das betrifft nicht nur das Risiko des geplanten Eingriffs, sondern auch die Berücksichtigung der Vorerkrankungen, die der Patient mitbringt. Dazu werden bereits vor Spitaleintritt die notwendigen Abklärungen getroffen. Das ist einerseits der Anästhesie-Fragenbogen, in dem jeder Patient seine medizinischen Angaben (Vorerkrankungen, Allergien, einzunehmende Medikamente, bereits durchgemachte Operationen, usw.) angibt, andererseits allfällige Voruntersuchungen durch den Hausarzt oder den Spezialisten.

Im Vorgespräch mit dem zuständigen Anästhesisten können dann noch offene Fragen geklärt werden.

Vollnarkose | Allgemeinanästhesie

Seit Einführung der Aethernarkosen im vorletzten Jahrhundert sind in der Anästhesie gewaltige Fortschritte erzielt worden, und zwar nicht nur bezüglich Sicherheit, sondern auch was den Patientenkomfort betrifft. So verzichten wir heute weitgehend auf Narkosegase und unterhalten die Anästhesie ausschliesslich mit intravenösen Substanzen, womit die sogenannte Narkose-Übelkeit praktisch nicht mehr vorkommt. Auch gehört die Messung der Narkosetiefe mittlerweile zur Routine, was eine individuell angepasste Anästhesieführung und zusätzliche Sicherheit ermöglicht.

Die Vorteile der Vollnarkose und Die Nachteile des Dämmerschlafs

Es ist die Aufgabe und die Verantwortung unserer Klinik, die beste Narkosemethode zu wählen und die allergrössten Sicherheitsstandards einzuhalten. In diesem Video räumt Dr. med. Christoph Helmuth Schubert mit den Vorurteilen gegenüber der Vollnarkose auf und erläutert die Nachteile vom Dämmerschlaf.

«Viele Menschen haben Angst vor einer Vollnarkose. Dies kommt daher, dass man früher tatsächlich Vollnarkosen hatte, die riskanter und vor allem weniger gut verträglich waren. In den letzten Jahren hat sich sehr viel getan und Vollnarkosen sind absolut sicher. Sicherer als der Strassenverkehr!» - Dr. Schubert
 

Teilnarkose | Regionalanästhesie

Die Spinalanästhesie, auch Lumbalanästhesie genannt, eignet sich für Eingriffe unterhalb des Bauchnabels. Dabei werden mit einer Injektion in den Rücken die Nerven betäubt, die den Unterleib und die Beine versorgen. Diese Nerven verlaufen im unteren Teil des Rückenmarkkanals der Wirbelsäule und können dort einfach erreicht werden. Das Rückenmark selbst befindet sich zwar auch in diesem Kanal, hört aber weit oberhalb der Injektionsstelle auf, sodass die Gefahr einer Verletzung äusserst gering ist. Bei einer Teilnarkose ist es möglich, während des Eingriffs wach zu sein, was gelegentlich aus Patientensicht oder aus medizinischen Gründen erwünscht ist.

Leitungsanästhesie | Periphere Regionalanästhesie

Hierbei handelt es sich um eine Anästhesieform, um einen bestimmten Bereich der Schulter, des Arms oder des Beins zu anästhesieren. Mit einem Lokalanästhetikum werden einzelne oder mehrere Nerven blockiert, wodurch das Schmerzempfinden ausgeschaltet wird. Oft wird ein dünner Katheter platziert, über den eine Schmerzblockade auch für einige Tage nach der Operation im Sinne einer Schmerztherapie weitergeführt werden kann.

Kombinationsanästhesien

Bei gewissen Eingriffen können mehrere Verfahren miteinander kombiniert werden.

Lokalanästhesie

Es gibt Eingriffe, bei denen nur eine Lokalanästhesie notwendig ist. Die Schmerzbekämpfung wird durch den Operateur mittels Injektion eines Lokalanästhetikums direkt in das Wundgebiet bewerkstelligt. Meist sind aber dabei eine Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktionen und die Verabreichung von beruhigenden Substanzen (Sedation) durch die Anästhesie angezeigt.

Ein Anmerkung zum Dämmerschlaf, siehe Video: Eine tiefe Sedation bei grösseren Eingriffen, wie z.B. Brustoperationen, führen wir grundsätzlich nicht durch, da hier Atmung und Kreislauf der Patienten beeinträchtigt werden.

Schmerztherapie

Neben der üblichen Schmerztherapie nach operativen Eingriffen bieten wir auch Nervenblockaden an, die je nach Bedarf als einzelne Injektion oder auch mit Einlage eines Schmerzkatheters erfolgen können. Damit kann gezielt ein Operationsgebiet (meist Schulter, Hand, Knie oder Fuss) gefühllos und schmerzfrei gemacht werden, sogar mehrere Tage über den Eingriff hinaus. Im Allgemeinen werden diese Verfahren mit einer Vollnarkose kombiniert.

Ambulante Operationen

Grundsätzlich werden bei ambulanten Eingriffen dieselben Verfahren angewandt wie bei stationären. Da es sich hier aber meist um kleinere Operationen handelt, kommen auch häufiger lokale Betäubungen, kombiniert mit einer leichten Sedation, zum Einsatz. Typischerweise sind das Verfahren bei Augen-Eingriffen, wie z.B. der Star-Operation. Falls es sich nach einem ambulanten Eingriff zeigt, dass eine längere Überwachung notwendig sein sollte, ist in jedem Fall gewährleistet, dass diese – nötigenfalls auch über Nacht – in der Klinik Pyramide sichergestellt werden kann.

Risiken und Nebenwirkungen

Das Risiko einer Anästhesie ist heute äusserst gering, denn es kommen modernste Medikamente und Techniken mit geringen Nebenwirkungen zum Einsatz und der Patient wird ständig überwacht. Wir informieren unsere Patientinnen und Patienten im Rahmen des Anästhesie-Gesprächs über die spezifischen Risiken einer bestimmten Anästhesieform.

Bei einer Operation mit einer Anästhesie sind vorübergehend leichte Nebenwirkungen möglich, die sich aber gut behandeln lassen oder nach kurzer Zeit von selbst verschwinden. Neben Heiserkeit oder Schluckbeschwerden kann es nach einer Allgemeinanästhesie auch zu Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Kältezittern kommen. Nach einer Spinalanästhesie mit der bei uns üblichen extrem dünnen Nadel sind Klagen über vorübergehende Kopfschmerzen seit vielen Jahren nicht mehr aufgetreten. Unmittelbar nach der Operation können sich nach einer Spinalanästhesie Schwierigkeiten beim ersten Wasserlösen ergeben. Bei Regionalanästhesien können vorübergehende Nervenirritationen auftreten, bleibende bzw. schwerwiegende Nervenschäden in Zusammenhang mit peripheren Blockadetechniken gelten als extrem selten.

Häufige Fragen zum Thema Anästhesie


Wie gefährlich ist eine Narkose?

In den letzten Jahrzehnten hat das Narkoserisiko drastisch abgenommen. Zurzeit liegt die Chance, dass ein Anästhesiezwischenfall mit tödlichem Ausgang auftritt, bei weniger als 1:200'000. Im Vergleich dazu ist das Risiko für einen tödlichen Verkehrsunfall zirka 10 Mal so hoch.

Stimmt es, dass das Gedächtnis bei einer Vollnarkose schlechter wird?

Es gilt als gesichert, dass das sogenannte Kurzzeitgedächtnis d.h. das Gedächtnis für Dinge, die man sich soeben gemerkt hat, nach einer Narkose beeinträchtigt sein kann. Dieses Phänomen bildet sich jedoch bei einem normalen Narkoseverlauf innerhalb von einigen Stunden bis Tagen wieder vollständig zurück. Der Nachweis, dass länger bleibende Störungen oder Beeinträchtigungen des Langzeitgedächtnisses auftreten, konnte wissenschaftlich nicht erbracht werden.

Warum darf ich vor einer Narkose nichts essen und trinken?

Bei einer Narkose wird nicht nur das Bewusstsein ausgeschaltet, sondern auch Husten- und Schluckreflexe. Um zu verhindern, dass bei Einleitung der Anästhesie der Mageninhalt erbrochen wird und dann in die Lunge geraten kann, sollte der Magen möglichst leer sein. Bei Notfalleingriffen kann die Nüchternheit nicht immer abgewartet werden, sodass in diesen Fällen die Anästhesie unter erhöhtem Risiko durchgeführt werden muss.

Kann es sein, dass ich während einer Narkose aufwache?

Diese sogenannte "Awareness" während einer Narkose ist ein bekanntes, jedoch sehr seltenes Ereignis. Ein Aufwachen oder sogar ein Empfinden von Schmerzen muss allerdings kaum mehr befürchtet werden, da auch die Tiefe der Narkose mittlerweile monitorisiert werden kann.

Nach der letzten Narkose war mir fürchterlich übel. Kann man das nicht vermeiden?

Eine Narkoseführung ohne Narkosegase, wie sie bei uns durchgeführt wird, reduziert die Häufigkeit des postoperativen Erbrechens ganz beträchtlich. Bei besonders empfindlichen Menschen, die auch sonst eher zu Übelkeit neigen, kann es dennoch vorkommen.

Für diese Fälle stehen Medikamente zur Verfügung, die Übelkeit in den allermeisten Fällen  wirksam bekämpfen.

Wieso soll ich meine Operation wegen einer Erkältung verschieben?

Durch eine Erkältung wird die Abwehrlage des Körpers geschwächt und das Risiko für eine Infektion nach der Operation steigt an. Insbesondere bei Fieber kann ein bakterieller Infekt vorliegen, der dieses Risiko zusätzlich erhöht. Deshalb sollte ein Eingriff, der nicht dringend vorgenommen werden muss, verschoben werden.

Ist eine Vollnarkose oder eine Regionalanästhesie besser?

Bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit sind beide Methoden gleichwertig. Wenn keine medizinischen Einwände gegen ein Verfahren vorliegen - z.B. kann eine Spinalanästhesie nach einer Rückenoperation erschwert sein - kann grundsätzlich der Patient wählen, was er gerne möchte.

Broschüre Patienteninformation Anästhesie

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«Patienteninformation Anästhesie»



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