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Injektionen mit HyaluronsäureEigenblut-TherapieWirkungKosten | Beratung

Bevor man sich für eine Operation entscheidet, sollte man diverse konservative Therapien, wie z.B. eine Physiotherapie, ausprobiert haben. Auch Medikamente, Nahrungsergänzung und Spritzenkuren können unter Umständen eine Linderung bringen. Eine Alternative, insbesondere zu Kortisonspritzen, sind Injektionen mit Hyaluronsäure oder Eigenblut, die direkt ins Gelenk gespritzt werden.

Injektionen mit Hyaluronsäure

Hyaluronsäure (Glycosaminoglycan) wird von unserem Köper hergestellt und hat die Fähigkeit, Wasser zu binden. Da Wasser nicht komprimierbar ist, sorgt es so für Fülle und Elastizität im Gewebe. Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil unseres Bindegewebes, unserer Knorpel und Gelenkflüssigkeit. 

Die eigene Produktion an Hyaluronsäure nimmt leider ab dem 25. Lebensjahr stetig ab. Mit 50 Jahren ist die Hyaluronproduktion und dementsprechend deren Konzentration auf rund die Hälfte geschrumpft. Dieser Verlust an Hyaluronsäure mit der Fähigkeit Wasser zu binden, verursacht unter anderem die natürliche Alterung und führt zur Erschlaffung der Haut und Faltenbildung. Knorpel und Gelenkflüssigkeit enthalten hauptsächlich Hyaluronsäure. Durch die natürliche Verminderung der Hyaluronsäure im Laufe der Zeit wird der Knorpel weicher und die Gelenkschmierung nimmt ab. Dieses fördert die Knorpelabnutzung, sprich die Arthrose.

Hyaluronsäure wirkt als Gelenkschmiere

Hyaluronsäure hat einen weiteren Vorteil für das Gelenk: dank ihrer hohen Zähflüssigkeit (Viskosität) bildet sie an der Knorpeloberfläche eine Schutz- und Gleitschicht für den Gelenksknorpel. Diese Gleitschicht aus Hyaluronsäure schützt den Gelenkknorpel und macht das Gelenk geschmeidig. Ist dieser Schutzfilm nicht mehr ausreichend vorhanden, kann es zu Knorpelabnutzungen und folglich zu Arthroseschmerzen kommen. Bei einer Arthrose ist die Konzentration an Hyaluronsäure deutlich tiefer. Die Gelenkschmierung wird dünnflüssig und verliert die schützende Eigenschaft für den Knorpel. Dadurch schreitet die Knorpelabnutzung fort und verursacht die entsprechenden Arthrose-Gelenkschmerzen bei Belastung und in Bewegung.

Bei Arthrose im Anfangsstadium

Bei noch nicht weit fortgeschrittener Arthrose stehen die Chancen gut, den Knorpel-Schutzfilm wiederaufzubauen, indem synthetisch hergestellte Hyaluronsäure direkt ins betroffene Gelenk gespritzt wird oder als Tabletten eingenommen werden. Die verwendete synthetische Hyaluronsäure wird meistens von Bakterien hergestellt. Durch die Injektion ins Gelenk wird die Reibung der arthrotisch veränderten Knorpeloberfläche verringert. Dadurch kann das Gelenk wieder besser bewegt werden. Zusätzlich wird das Gelenk durch die Schmierung weniger gereizt, was die arthrosebedingte Gelenksentzündung reduziert. Das kann zu weniger Arthroseschmerzen führen.

Eigenblut-Therapie (ACP- oder PRP-Therapie)

Die Eigenbluttherapie, auch ACP-Therapie (autologous conditioned plasma) oder auch PRP (platelet-rich plasma) genannt, nutzt das eigene natürliche Heilungspotential des Blutes. Wenn man sich verletzt, verursacht die entsprechende Blutung und dessen Blutgerinnung die Wundheilung. Dabei spielt das Blutplasma, der flüssige Anteil des Blutes und die Blutplättchen (Thrombozyten), eine entscheidende Rolle. Die Blutplättchen sind die kleinsten Zellen (Grösse:  2-3µm) des Blutes und werden im Knochenmark gebildet. Ihre Lebensdauer 8 bis 12 Tage. Diese Blutplättchen beinhalten viele Signalproteine, welche für die körpereigne Heilung, Gerinnung und Immunreaktion verantwortlich sind. Sobald ihre Oberfläche gereizt ist, schütten sie ihre entzündungshemmenden und wachstumsfördernden Proteine aus. Das geschieht z.B. bei einer Verletzung. Diese spezielle Eigenschaft der Blutplättchen nützt die Eigenblut-Therapie zur konzentrierten Förderung der eigenen Heilung.

Körpereigene Wundheilung dank Wachstumsfaktoren

Mit Hilfe einer Zentrifuge wird 15 ml eigenes Blut in seine Bestandteile aufgetrennt. Das konzentrierte Blutplasma und die Blutplättchen werden sorgfältig mit einer separaten Spritze abgesaugt und anschliessend direkt ins betroffene Gelenk gespritzt. Die Eigenblut-Therapie ist also nichts anders als hochkonzentriertes Plasma, welches reich an Blutplättchen und zahlreichen Wachstumsfaktoren ist. Diese Therapie hat einen wissenschaftlich nachgewiesenen positiven Effekt auf arthrotische Gelenkbeschwerden. Das Plasma bewirkt eine Schmierung des Kniegelenks und die Blutplättchen geben verschiedene körpereigene arthrose- und entzündungshemmende Eiweisse ab. Dies führt zu einer Reduktion der Entzündungsschmerzen und dementsprechend zu weniger Arthroseschmerzen. Bei dieser Therapie wird also das natürliche Heilungspotenzial des eigenen Blutes genutzt. Die körpereigenen Wundheilungsfaktoren aus Blutplättchen und Plasma bewirken im arthrotischen Gelenk eine Reduktion der Entzündung, fördern die Gewebeheilung und verbessern die Gelenkschmierung. Bei vielen Patienten können damit die Beschwerden deutlich gelindert werden.

Befristete Wirkung, aber mehrere Wiederholungen möglich

In Abhängigkeit des Arthrosestadiums wirken die Injektionen unterschiedlich gut. Viele Patienten bekommen wieder eine gute Lebensqualität zurück und können eine Operation dadurch um mehrere Jahre hinausschieben. Bei beiden Behandlungen (Hyaluronsäure und Eigenblut) werden insgesamt drei Schmierspritzen im Abstand von einer Woche injiziert. Die Wirkung der hält für eine gewisse Zeit. Bei gutem Ansprechen können die Injektionen jederzeit wiederholt werden. Die Eigenbluttherapie kann übrigens nicht nur bei Gelenksarthrose angewendet werden, sondern auch bei Verletzungen von Bändern, Sehnen oder Muskeln.

Kosten

Da diese Behandlungen noch nicht als Standardtherapie gelten, werden die Kosten von der Krankenkasse nicht bezahlt. Der Preis für eine Hyaluronsäure-Injektion beträgt ca. CHF 130.- (pro Spritze), jene mit Eigenblut ca. CHF 150.- (pro Spritze).

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