Meniskus

Die Menisken ermöglichen die komplexe Roll-, Gleit- und Rotationsbewegung des grössten menschlichen Gelenks. Bei einer Verdrehung des Oberschenkels bei fixiertem Unterschenkel, wie zum Beispiel bei einem Skiunfall, werden sie gequetscht. Die Schwere der Verletzung reicht vom leichten Druckschaden bis hin zum vollständigen Abriss des gesamten Meniskus. Der innere Meniskus ist prozentual häufiger betroffen als der äussere. Der Verunfallte spürt einen starken Knieschmerz beim Unfallereignis. Es kann zur Blockade, das heisst Sperrung der Gelenkfunktion, wie auch zur Beuge- oder Streckhemmung kommen. Das Knie schwillt infolge einer Ergussbildung schnell an. Häufig kann der Sport nicht fortgesetzt werden.

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Am Unfallort soll das Knie ruhiggestellt und gekühlt werden. Eine ärztliche Untersuchung ist unabdingbar. Mittels Röntgenaufnahmen werden knöcherne Verletzungen ausgeschlossen. Bei unklarem Untersuchungsbefund kann eine Magnetresonanztomographie (MRI) hilfreich sein, häufig wird man sich jedoch direkt für eine Kniegelenksspiegelung, die Arthroskopie, entscheiden. Diese Untersuchung erfordert eine Regionalanästhesie oder eine Narkose. Durch zwei bis drei kleine Einstiche wird mit einer Videokamera die Untersuchung des gesamten Gelenkinnern möglich. Abgerissene Meniskusanteile werden dabei entfernt, gewisse Längsrissbildungen des Meniskus können genäht werden. Nur bei stabilem Bandapparat besteht die Möglichkeit der vollständigen Ausheilung einer Meniskusnaht, auch dauert die notwendige Schonzeit länger.

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Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Ausmass der begleitenden Gelenkknorpelschäden und allfälligen Bandverletzungen. Bei der alleinigen Meniskusverletzung ist eine Sportaufnahme bald möglich. Wir empfehlen, abrupte Dreh-Stopp-Bewegungen während drei Wochen zu vermeiden. Sind zusätzliche Knorpelschäden vorhanden, ist mit einem Reizzustand mit Schwellungsneigung von sechs bis acht Wochen zu rechnen. Bei der nur teilweisen Entfernung des Meniskus (so wenig wie möglich, so viel wie nötig) ist auch nach Jahren nicht mit Spätschäden zu rechnen. Muss der Meniskus allerdings vollständig entfernt werden, ist mit der Entwicklung einer Arthrose nach 10 bis 15 Jahren zu rechnen.

Es laufen deshalb Versuche, einen künstlichen Meniskus aus Rinderkollagen zu schaffen. Die Regenerationsfähigkeit des Körpers soll den vorgegebenen Rahmen mit körpereigenem Gewebe auffüllen, während sich das verwendete Kollagen langsam auflöst. Dieses Verfahren befindet sich allerdings erst in der klinisch-experimentellen Phase.

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