Schilddrüsenchirurgie (endokrine Chirurgie)

Vergrösserung der Schilddrüse |  Schilddrüsenknoten | Schilddrüsenüberfunktion | Schilddrüsenunterfunktion | Schilddrüsenentfernung | Neuromonitoring | Schilddrüsenkrebs | Morbus Basedow | Nebenschilddrüsen-Überfunktion

Das Spektrum der endokrinen Chirurgie an der Klinik Pyramide umfasst Operationen an der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und der Nebenniere. Komplexe Befunde werden interdisziplinär mit Fachärzten der Endokrinologie besprochen und Indikationen gemeinsam gestellt. Kontaktieren Sie uns jetzt für einen Beratungstermin oder weitere Fragen

Normale Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes und umschliesst die Luftröhre. Das kleine schmetterlingsförmige Organ erfüllt eine lebenswichtige Aufgabe: Es ist verantwortlich für die Produktion, Speicherung und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone. Diese regeln zahlreiche Stoffwechselvorgänge und den Energiehaushalt der Körperzellen. Wenn eine Hälfte der Schilddrüse entfernt werden muss (Hemithyreoidektomie), ist die Versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen in den meisten Fällen durch die verbleibende Hälfte gewährleistet. Nach einer Entfernung der gesamten Schilddrüse muss ein Hormonersatz durchgeführt werden.

Lokalisation der Schilddrüse am HalsLokalisation der Schilddrüse am Hals

Vergrösserung der Schilddrüse (Kropf)

Unter einem Kropf, auch Strumen genannt, versteht man eine vergrösserte Schilddrüse. In der Schweiz war das Kropfleiden aufgrund der Jodarmut in unserer Nahrung früher sehr häufig. Weil Jod elementarer Bestandteil des Schilddrüsenhormons ist, führt ein Jodmangel zu einem Mangel an effektivem Schilddrüsenhormon im Körper: Der Organismus nimmt diesen Mangel wahr und reagiert durch eine Stimulation des Schilddrüsenwachstums. Unkontrolliertes Schilddrüsenwachstum oder Veränderungen an der Schilddrüse sind heute deutlich kleiner. Manchmal sind die knotigen Veränderungen nicht sichtbar, nur von Hand zu tasten oder sogar nur im Ultraschall zu erfassen. Diese Veränderungen interpretiert man heute als gutartige Tumoren der Schilddrüse, welche durch Mutationen im Erbgut der Zellen entstehen. Kleine Knoten an der Schilddrüse sind bei jungen Frauen häufig.

Schilddrüsenknoten

Wenn im Bereich der Schilddrüse isolierte Knoten oder Verhärtungen auftreten, müssen diese weiter abgeklärt werden. Knotenbildungen in der Schilddrüse sind sehr häufig und auf eine überschiessende Schilddrüsenhormonproduktion zurückzuführen, die ein unkontrolliertes aber gutartiges Wachstum von Schilddrüsenzellen bewirkt.

Ultraschalluntersuchung  der Schilddrüse Ultraschalluntersuchung  der Schilddrüse
In der überwiegenden Zahl sind Schilddrüsenknoten gutartig. Diese «benignen» Veränderungen können aber mit zunehmender Grösse aufgrund der Raumbeanspruchung benachbarte Organe verdrängen. Bei Verdacht auf ein bösartiges Leiden und bei grossen verdrängenden Knoten ist eine Operation erforderlich.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die vermehrte Produktion von Schilddrüsenhormonen durch einzelne Knoten (autonomes Adenom) oder durch die Schilddrüse als Ganzes (Morbus Basedow) verursacht eine Überfunktion mit typischen Symptomen wie Gewichtsverlust, schneller Puls, Unruhe. In dieser Situation ist die Zusammenarbeit mit einem betreuenden Endokrinologen wichtig. Eine medikamentöse Therapie zur Drosselung der Schilddrüse ist dann angezeigt. Zur definitiven Behandlung der Krankheit ist aber häufig auch eine Operation notwendig.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) besteht ein Mangel an Schilddrüsenhormonen, was häufig mit einer Autoimmunerkrankung oder einer Schilddrüsenentzündung einhergeht. Dieser Mangel führt zu verschiedenen Beschwerden wie Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung oder Muskelschwäche. Behandelt wird die Schilddrüsenunterfunktion mit der Gabe von Schilddrüsenhormonen in Form von Medikamenten.

Schilddrüsenentfernung

Aktuell bieten wir in der Klinik Pyramide die konventionelle Schilddrüsenentfernung und die minimal invasive Variante an. Beide Methoden sind sicher und vielfach erprobt. Die minimal invasive videoassistierte Schilddrüsenentfernung (MIVAT) ist mittlerweile das am weitesten verbreitete minimal invasive Verfahren der Halschirurgie und konnte sich zur Entfernung von kleinen Schilddrüsen sowie kleinen Knoten durchsetzen. Insbesondere kleinere knotige Veränderungen bis 2 cm können auf diese Weise schonend, schmerzarm und kosmetisch vorteilhaft operiert werden. Der operative Zugang zur Schilddrüse erfolgt durch einen möglichst kleinen, horizontalen Hautschnitt von 2 bis 3 cm am Hals.

Narbe Schilddrüsen-OPDie Reduktion der Schnittlänge und Schnittführung in den Hautspaltlinien ergibt praktisch nicht mehr sichtbare Narben
Um die Operationsschritte verfolgen zu können, führt der Chirurg ein Endoskop ein, das ihm das Operationsfeld vergrössert auf einem Bildschirm anzeigt. Dadurch gelingt es, die Nebenschilddrüsen und den Kehlkopfnerv darzustellen und zu schonen. Minimal invasive Verfahren sind nicht nur kosmetisch günstiger. Je kleiner der Schnitt ist, desto weniger Schmerzen hat der Patient nach der Operation und die Erholungsphase resp. der Spitalaufenthalt werden verkürzt.

Neuromonitoring

Durch den Einsatz des Neuromonitors der neuesten Generation (Überwachung der Nervenfunktion als Elektromyogramm während der Operation) wird das Risiko einer Verletzung der Kehlkopfnerven (Stimmbandfunktion) auf ein Minimum reduziert. Neuromonitoring
Das Problem einer vorübergehenden Heiserkeit nach der Operation kann dadurch auf ein Minimum beschränkt werden. Um eine Schädigung der Nebenschilddrüsen, die eingebettet an der Schilddrüse liegen, zu vermeiden, werden diese während der Operation sichtbar gemacht und deren Durchblutung geschont. Das Risiko einer postoperativen Hypokalzämie wird durch eine Parathormonbestimmung am ersten postoperativen Tag abgeschätzt und dem Resultat entsprechend eine Kalziumsubstitution begonnen. Notfallmässige Wiedereintritte wegen einer Tetanie können so eliminiert werden.

Autor: Dr. med. Georg Wille, Facharzt FMH für Chirurgie, EBSQ Endokrine Chirurgie

Schilddrüsenknoten können minimalinvasiv behandelt werden

Kleine Knoten an der Schilddrüse sind bei jungen Frauen häufig. Mit der neusten Operationsmethode (minimalinvasive Technik) werden exzellente kosmetische Ergebnisse erzielt.


zum Artikel
Broschüre Schilddrüsenchirurgie

Broschüre
«Endokrine Chirurgie»



Broschüre Download

Dr. med. Georg Wille
FMH Chirurgie, EBSQ Endokrine Chirurgie
Klausstrasse 10
8008 Zürich
+41 43 336 73 73
+41 43 336 73 74
Email: wille@hin.ch